Reizmagen

Reizmagen

(c) MedicalGraphics / Michael Hoffmann

Ein Reizmagen ist einfach gesagt, eine Störung vom Magen. Hierbei kommt es zu Beschwerden, welche man bei Untersuchungen nicht eindeutig oder nur sehr schwer nachweisen kann. Der latinische Fachbegriff für Reizmagen ist „Funktionelle Dyspepsie“. Um die 30% aller Menschen weltweit geben an, das Sie Beschwerden haben die dann mit der Diagnose „Reizmagen“ enden. Je älter ein Mensch wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit an Reizmagen zu erkranken.  In sogenannten „Industrieländern“ sind Frauen vom Reizmagen 2-3x häufiger betroffen als Männer. Durch die Beschwerden, Symptome und Einschränkungen fühlen sich die meisten Menschen nicht genötigt zum Arzt zu gehen.  Nur etwa 25% der Menschen, die die entsprechenden Symptome vorweisen, gehen zum Arzt. Lediglich 1% der Beschwerden die durch den Reizmagen entstehen müssen von einem Spezialisten behandelt werden. In allgemeinbildenden Praxen ist das häufigste Beschwerdebild überhaupt. Wichtig: Durch Reizmagen ist die Wahrscheinlichkeit an anderen Magenerkrankungen zu erkranken nicht erhöht!

Symptome von Reizmagen

Allgemein muss man sagen, dass Die Symptome von einem Reizmagen sehr unterschiedlich sein können. Man spricht von Reizmagen erst, wenn die Beschwerden und die Symptome mindestens 3 Monate anhalten oder während der Zeit immer mal wieder auftreten. Um die Diagnose Reizmagen auszusprechen, müssen zuerst alle anderen möglichen Erkrankungen wie z.B. ein Magengeschwür ausgeschlossen werden.

  • Sie haben Schmerzen im Oberbauch. Diese tauchen immer auf, wenn Sie Hunger haben und werden durch Nahrungszunahme gebessert oder gehen ganz weg.
  • Nachdem Sie Nahrung zu sich genommen haben:
    — Sie sind vorzeitig satt
    — Sie haben ein Völlegefühl
    — Der Bauch fühlt sich aufgebläht bzw. aufgetrieben an
    — Sie verspüren Übelkeit und Erbrechen

Weitere Symptome bei Reizmagen:

  • Sie haben das Bedürfnis häufiger als sonst zur Toilette (kleine Geschäft) zu müssen.
  • Sie haben Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Intimbereich
  • Sie fühlen sich unruhig
  • Sie sind Nervös
  • Sind angespannt
  • Fühlen sich niedergeschlagen
  • Leiden unter Schlafstörungen

Ursachen für Reizmagen

Auch die Ursachen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich!

Körperliche Ursachen:

  • Ein Bakterium Namens Helicobacter pylori.
  • Schlechte Essgewohnheiten – zu fett, zu scharf –
  • Stoffe die Sie nicht vertragen: Milch- , Fruchtzucker, Sorbit Öl, Alkohol, Koffein, Milchprodukte, Eier, Weizen
  • Der Magen ist überanstrengt vom Verdauen, weil die Nahrung zu wenig gekaut wurde
  • Interne Probleme beim Transport der Nahrungsteile, evtl. falsche Richtung
  • Eine falsche Mischung von Magensekreten, Bauchspeicheldrüsensekret und Gallenflüssigkeit
  • Acetylsalicylsäure
  • Erblich bedingt erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Magenwand.

Psychische Ursachen:

  •  Es treten Beschwerden auf, an Tagen, die sehr stressig sind
  • Depressionen, Überforderung, Ängste durch z.B. Trennung/Trauer etc.

Hier spricht man förmlich davon, das einem die Belastung auf den Magen schlägt.

Die Diagnose – Reizmagen:

Bitte nur durch einen Arzt!

Hierfür müssen Sie unbedingt zum Arzt. So kann ein erfahrener Arzt, anhand der Vorgeschichte, einer Untersuchung des Körpers, Laborergebnissen vom Stuhl und Blut und einer technischen Untersuchung eine Diagnose stellen. Meistens wird mit einem Ultraschall der Bauch untersucht, zudem wird in vielen Fällen auch eine Magenspiegelung (Endoskopie) durchgeführt. Natürlich muss man abwegen, ob vielleicht eine Milchzuckerunverträglichkeit, also eine Laktoseintoleranz vorliegt, so müssen hier entsprechende Tests gemacht werden. Ein Röntgen um ggf. eine Verstopfung auszuschließen ist ebenfalls nicht unüblich.

Die Behandlung:

Je nach Stärke der Beschwerden

  • Leichte Beschwerden: Wenn es Hinweise darauf gibt, das Beschwerden von bestimmten Nahrungsmitteln ausgelöst werden, sollten diese vermieden werden. Es wird ebenfalls davor gewarnt, eine übertrieben Diät zu machen. Es sollte eine Balaststoff- und Vitaminreiche  Ernährung eingeschlagen werden, mit mindestens 2 Liter Wasser am Tag. Zudem sollte man, sofern man es noch nicht tut, Sport treiben (Ausdauersport) und versuchen einen Seelischen Frieden finden und wieder ins Gleichgewicht kommen, d.h. Stress vermeiden etc.
  • Mittelmäßige Beschwerden: Zu den oben genannten Maßnahmen ist eine je nach Symptom medikamentöse Therapie ratsam. So sollte bei Übelkeit und Erbrechen sowie Völlegefühl ein Prätarat mit Kümmel, Fenchel, Anis, Artischocken oder Prokinetika angeordnet werden. Und wenn es schmerzt, ein japanisches Heilpflanzenöl oder Belladonnatinktur ggf. auch Spasmolytika. Sollte Durchfall dabei sein, Loperamid, Cholestyramin oder Optiumtinktur. Wenn nun noch Verstopfung dazu kommt, ist es ratsam etwas Abführendes zu sich zu nehmen. Ebenfalls ist es möglich die Beschwerden durch Selbsthypnose und Autogenen Training sowie Mediation zu verbessern. Wenn aber noch Seelische Beschwerden vorliegen, könnte auch eine Psychotherapie erfolgsversprechend sein.
  • Starke Beschwerden: (Änderung Ihrer gesamten Lebensqualität): Zu allen genannten Behandlungen, werden nun weitere Maßnahmen ergriffen. Man setzt nun Antidepressiva u.a. wegen den Schmerzen ein und eine sehr ausgeprägte Psychotherapie ist wichtig. Sollten Patienten nicht genug auf die Medikamente ansprechen, ist eine Hypnose auf jeden Fall hilfreich

Wie beuge ich dem Reizmagen vor oder behandle ihn ?

Bitte nicht weiter rumprobieren! Gehen Sie  bei Reizmagen zum Arzt!

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